Fünf Feuerwehren und das Rote Kreuz Neulengbach übten gemeinsam den Ernstfall
Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, fand in Wimmersdorf auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Höfer die Unterabschnittsübung des UA Nord statt. Bei der groß angelegten Übung galt es, mehrere anspruchsvolle Einsatzszenarien zu bewältigen. Neben einem umfassenden Brandeinsatz bildete insbesondere ein Schadstoffaustritt einen Schwerpunkt.
Insgesamt nahmen 125 Personen und fünf Übungsbeobachter teil. Im Einsatz standen 14 Feuerwehrfahrzeuge der fünf beteiligten Feuerwehren sowie ein Fahrzeug des Roten Kreuzes Neulengbach. Für die Ausarbeitung und Vorbereitung der Übung war diesmal die Freiwillige Feuerwehr Johannesberg verantwortlich.
Menschenrettung unter erschwerten Bedingungen
Die Übungsannahme umfasste einen Schadstoffaustritt mit dem zu sichernden Gefahrstoff UN 1791 (Natriumhypochlorit, wässerige Lösung, ätzend). Zusätzlich war eine Person unter einem Stapler eingeklemmt und befand sich im Gefahrenbereich des ausgetretenen Stoffes.
Die Menschenrettung erforderte ein besonders umsichtiges Vorgehen. Die Einsatzkräfte mussten unter Schutzstufe 2 (flüssigkeitsdichten, nicht gasdichten) arbeiten, um die eingeklemmte Person sicher aus dem Gefahrenbereich zu retten. Parallel dazu galt es, den Schadstoffaustritt abzudichten und weitere Gefahren zu verhindern.
Das Rote Kreuz Neulengbach unterstützte die Menschenrettung und übernahm die weitere Betreuung der geretteten Personen. Insgesamt konnten im Verlauf der Übung elf Personen gerettet werden.
Umfassender Löschangriff und Atemschutzeinsatz
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Brandbekämpfung am landwirtschaftlichen Gebäude. Hierfür wurde ein umfassender Löschangriff mit acht C-Rohren aufgebaut.
Die Wasserversorgung erfolgte über einen Hydranten sowie eine Relaisleitung, die über mehrere hundert Meter verlegt wurde. Dadurch konnte die erforderliche Wasserversorgung für den Löschangriff sichergestellt werden.
Auch der Atemschutzeinsatz stellte hohe Anforderungen an die eingesetzten Kräfte: Insgesamt zehn Atemschutztrupps waren im Einsatz. Zur Koordination und Betreuung der Atemschutzgeräteträger wurde zusätzlich ein Atemschutzsammelplatz eingerichtet.
Die gleichzeitige Bewältigung der verschiedenen Szenarien erforderte eine gute Abstimmung zwischen den eingesetzten Feuerwehren und dem Roten Kreuz. Dabei konnten die Abläufe bei der Brandbekämpfung, der Menschenrettung und der Gefahrenabwehr unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden.
Übungsbeobachter und gemeinsamer Ausklang
Als Übungsbeobachter waren Vertreter des Abschnittsfeuerwehrkommandos sowie der Gemeinde Asperhofen anwesend. Dazu zählten Bürgermeister Harald Lechner, BR Rupert Bauer, ABI Robert Gruber, HBI Alexander Pawlik, HBI Josef Breitenecker und EHBI Harald Jokl.
Im Anschluss an die Übung lud die Gemeinde zu einer gemeinsamen Jause nach Johannesberg ein. Dabei konnten die Teilnehmer den Übungstag in kameradschaftlicher Atmosphäre ausklingen lassen.
Solche Übungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Feuerwehrausbildung. Sie stärken die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und dem Rettungsdienst und tragen dazu bei, für komplexe Einsatzsituationen bestmöglich vorbereitet zu sein.
Ein herzlicher Dank gilt der Familie Höfer für die Bereitstellung des Übungsobjekts, der FF Johannesberg für die Ausarbeitung und Vorbereitung der Übung, der Gemeinde für die anschließende Verpflegung sowie allen beteiligten Einsatzkräften, dem Roten Kreuz Neulengbach und den Übungsbeobachtern für ihre Teilnahme und Unterstützung.
Bericht und Bilder: AFKDO Neulengbach/Lang
